Im Interview: Armin Stolze, Vice President Technologiy & Innovation, Design Enabling & Services und Jessica Richter, Vice President | Global Head of Talent Development

Expert*innenentwicklung bei der INFINEON AG

Technische Exzellenz allein entscheidet heute nicht mehr über den Erfolg von Innovation.
Wer Zukunft gestalten will, braucht Expert:innen, die komplexe Probleme lösen und zugleich strategisch wirken. Doch wie gelingt es, Fachkarrieren so zu entwickeln, dass Expertise im Management gehört wird? Wie werden technische Spezialist:innen zu wirksamen Sparringspartnern auf Augenhöhe? Und was braucht es, damit Trainings nicht nur inspirieren, sondern Verhalten nachhaltig verändern?

Im Gespräch mit Armin Stolze (VP Technology & Innovation) und Jessica Richter (VP Talent Development) gibt INFINEON Einblick, wie „Leading as an Expert“ technische Fachlaufbahnen stärkt – und warum Wirksamkeit heute genauso entscheidend ist wie Fachkompetenz.

Welche Anforderungen stellt INFINEON an die Qualifizierung seiner Technischen Expert*innen?

Armin Stolze:  

Infineon ist ein weltweit führender Anbieter von Halbleiterlösungen für Power-Systems und IoT.

Halbleiter sind essenziell, um die energiebezogenen Herausforderungen unserer Zeit zu meistern und die digitale Transformation mitzugestalten. Daher setzen wir bei Infineon alles daran, die Dekarbonisierung und Digitalisierung aktiv voranzutreiben. Wir ermöglichen wegweisende Lösungen für grüne und effiziente Energie, saubere und sichere Mobilität sowie ein intelligentes und sicheres IoT. 

Die Technologie von morgen wird schon heute entwickelt und unsere Technischen Exepert*innen sind das Rückgrat unserer Innovationen. Damit stellen wir hohe Anforderungen an unsere Technischen Expert*innen, sowohl in der Fach- als auch in der sozialen Kompetenz. Unsere Technischen Expert*innen müssen in der Lage sein, komplexe Probleme zu lösen, innovative Lösungen zu entwickeln, unternehmisch zu denken und sich eng mit dem Management auszutauschen bzw. dieses zu beraten. Für Technische Experten auf höherem Level kommen die Anforderungen dazu, komplexe Führungsszenarien zu meistern und um maximale Teamleistung für den Erfolg von Infineon zu befähigen.   


Was hat Sie veranlasst, sich für ein Entwicklungsprogramm für Ihre technischen Expert*innen zu entscheiden? Ein solches Projekt ist in mehrerlei Hinsicht ja doch eine hohe Investition …

Jessica Richter:

Unsere technischen Expert*innen treiben, wie durch Armin beschrieben, unsere Innovationskraft. Für Innovationen braucht es jedoch neben dem neuesten Wissen zu technischen Möglichkeiten, auch Kreativität, Neugier, die Fähigkeit, außerhalb des gewohnten Denkmusters zu agieren und die Kommunikationsskills wichtige Stakeholder abzuholen und das Management von neuen Ideen zu überzeugen.

Bei Infineon haben wir hervorragende fachspezifische Trainings, daher war es uns mit dem Program „Leading as an Expert“ im speziellen wichtig ein Program zu entwickeln, welches die Soft Skills unserer Technischen Expert*innen stärkt.

Innovation ist oft ein Teamprozess, und die Fähigkeit, mit anderen zu kommunizieren und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, ist essentiell. Gute Kommunikationsfähigkeiten sind daher entscheidend, besonders in multidisziplinären Teams und im Umgang mit Kunden, Partnern und dem Management. Die Fähigkeit, technische Konzepte verständlich zu vermitteln, konstruktives Feedback zu geben und überzeugend zu präsentieren, trägt maßgeblich zum Projekterfolg bei.

Dazu kommt, dass wir uns in einem stark volatilen Marktumfeld bewegen, in dem es gilt anpassungsfähig zu sein, sich ein starkes Netzwerk aufzubauen und aktiv ins Stakeholder Management zu gehen.

Um unsere Technischen Expert*innen dabei zu unterstützen, ihre Kompetenzen und Skills zu reflektieren und weiterzuentwickeln haben wir uns dafür entschieden, ein maßgeschneidertes Programm für diese Zielgruppe zu entwickeln.

 
Welche Kriterien muss Ihrer Meinung nach ein Qualifizierungs-Anbieter erfüllen, um zu überzeugen?

Armin Stolze:

Um mich zu überzeugen, muss ein Qualifizierungs-Anbieter eine tiefe und umfassende Verbindung zu Infineon herstellen, indem er unsere Ziele, Produkte, Unternehmenskultur und die spezifischen Herausforderungen unserer Branche vollständig und differenziert versteht. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass er unsere Erwartungen und Anforderungen an ein Entwicklungsprogramm, unsere konkreten Lernziele und Zielgruppen genau kennt, berücksichtigt und in sein Konzept integriert.

Jessica Richter:

Ein qualifizierter Trainingsanbieter bringt externe Expertise ein, stellt sich jedoch, wie von Armin erwähnt, zugleich auf die internen Gegebenheiten wie Unternehmens- und Lernkultur maximal ein. Daher erwarten wir Trainingskonzepte, die auf die Anforderungen unserer Zielgruppe zugeschnitten sind. Ein erfolgreiches Trainingsprogramm lädt zur Reflektion ein, gibt inhaltliche Impulse, ermöglicht einen intensiven Austausch unter den Teilnehmenden und ist dabei stets praxisnah.

Wir erwarten darüber hinaus, dass unsere Trainingsanbieter mit hoch qualifizierten Trainer*innen arbeiten, die eine vertrauensvolle und motivierende Lernumgebung schaffen,  differenziert mit den Teilnehmenden an den Themen arbeiten und maximalen Praxistransfer sicherstellen.

Zudem ist es für uns von entscheidender Bedeutung, dass ein Trainingsanbieter flexibel auf Feedback reagiert und das Programm entsprechend weiterentwickelt. Wir verstehen die Zusammenarbeit mit unseren Trainingsanbietern als Partnerschaft auf Augenhöhe, daher legen wir auf eine vertrauensvolle, schnelle und direkte Kommunikation für eine erfolgreichen Zusammenarbeit großen Wert.

Aus den genannten Gründen arbeiten wir seit vielen Jahren bereits mit Nonnast und Kollegen zusammen.


Welchen Eindruck konnten Sie von Nonnast & Kollegen bei der Konzeption, Durchführung und Begleitung Ihrer Programme für Expertenentwicklung in den letzten Jahren gewinnen?

Armin Stolze:

Nonnast & Kollegen haben einen sehr positiven Eindruck bei mir hinterlassen. Die Konzeption, Durchführung und Begleitung der Programme für Expertenentwicklung waren von höchster Qualität und haben unsere Anforderungen vollständig erfüllt. Besonders gut gefallen hat mir, wie sehr Nonnast sich auf Infineon eingestellt hat.

Die Programme sind sorgfältig auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten, unterstützen unsere Mitarbeiter*innen in ihrer Entwicklung und bereiten sie auf konkreten Herausforderungen vor. Die Trainer*innen von Nonnast & Kollegen haben sich als kompetente und erfahrene Expert*innen in ihrem Fachgebiet erwiesen, die unsere Mitarbeiter*innen in den Programmen mit konkreten, umsetzbaren Lernerfahrung ausstatten.

Jessica Richter:

 Die Zusammenarbeit mit Nonnast & Kollegen war von Anfang an geprägt von Professionalität, Effizienz und Vertrauen. Sie haben ingesamt 6 auf unsere Bedürfnisse zugeschnittene Entwicklungsprogramme konzipiert und gemeinsam mit uns kontinuierlich weiterentwickelt.  Nonnast & Kollegen haben sich als ein zuverlässiger und geschätzter Trainingspartner erwiesen, auf den wir uns jederzeit verlassen können.


Welche Veränderungen in Verhalten und Wirkung als „Technical Expert“ stellen Sie nach der modularen Reihe „Leading as an Expert“ fest?

Armin Stolze:

Ich erlebe Mitarbeiter*innen, die ein klareres Bewusstsein ihrer Verantwortung als technische Experten haben. Sie nutzen eine gut ausgearbeitete Vision als Grundlage, um ihr Team zu motivieren, und passen ihre Kommunikation zielgruppenorientierte an, um Einfluss zu nehmen und Entscheidungen zu initiieren.

Als Abendgast während der Trainings-Sitzungen diskutiere ich mit Mitarbeiter*innen, die in ihrem Arbeitsalltag Herausforderungen in den Bereichen Entscheidungsfindung, Problemlösung und Stakeholder-Management erleben. Durch die Trainingsinhalte erhalten sie Inspiration und praktische Werkzeuge, um diese Herausforderungen zu meistern.

Sie haben sich vor 2 Jahren für ein Folgeprogramm mit dem Namen „Leading as an Expert Avanced“ entschieden. Was war der Anlass dafür?

 Jessica Richter:

 „Leading as an Expert“ wurde speziell für Technische Expert*innen auf mittlerem Level konzipiert. Wir haben überaus positives Feedback von den Teilnehmenden erhalten und beobachtet, wie die Lerninhalte erfolgreich in der Praxis umgesetzt wurden. Nachdem das Programm seit vielen Jahren erfolgreich im Unternehmen etabliert ist und als Standard in der Ausbildung unserer Technischen Experten gilt, haben wir uns entschieden ein weiteres Programm zu entwickeln, was auf den Inhalten aufbaut und Entwicklungsmöglichkeiten für Technische Expert*innen auf höherem Level bietet.

“Leading as an Expert Advanced” hebt die technische Führungskompetenz auf die nächste Stufe und stattet die Teilnehmenden mit Wissen und vertieften Methoden zu Führung, Stakeholder Management und Change Managenement aus, um komplexe Führungsszenarien in einem technischen Umfeld zu meistern. Das Training besticht durch einen Workshop Charackter, der den Teilnehmenden u.a. durch Rollenspiele und kollegiale Fallberatungen noch mehr Raum für individuellen Austausch gibt.

Gibt es bei Infineon Best Practices, wie Sie die Wirkung des Programms nachhaltig verankern?

Jessica Richter:

Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Wirkung ist es, dass die Programme passgenau auf unsere Lernbedürfnisse und Teilnehmer*innen ausgerichtet ist, nachvollziehbare Modelle beinhalten, interaktiv und abwechslungsreich gestaltet sind und damit der Transfer in die Praxis leicht fällt.  Nur so können wir sicherstellen, dass die Teilnehmenden eine klare Vorstellung davon haben, wie sie ihre neuen Kenntnisse und Fähigkeiten in ihrem Arbeitsalltag umsetzen können. Um dies zu untertützen, definieren die Teilnehmen bereits ab Modul 1 individuelle Lernprojekte, die sie in ihren Arbeitsalltag mit nehmen und deren Ergebnisse sie in den 2 weiteren Modulen jeweils der Gruppe vorstellen.

Darüber hinaus ist die Kollegiale Fallberatung ist ein integraler Bestandteil beider Programme. Hierbei teilen die Teilnehmenden ihre Herausforderungen, Erfahrungen und Erkenntnisse mit anderen, lernen voneinander und unterstützen sich gegenseitig. Dieses Kozept verlängern wir durch „Lerngemeinschaften“ auch außerhalb der gemeinsamen Trainingstage. Wir erhalten regelmäßig das Feedback, dass diese Lerngemeinschaften über das Trainingsprogramm hinaus Bestand haben und einen kontinuierlichen Austausch und Lernerfolg darstellen.